Wie lange dauert ein Lauf?


Ein Lauf dauert immer vom Start bis zum Ziel!

Neulich bei der letzten Laufveranstaltung, oder wie so unbedingt bezeichnet „Wettkampf“, Zieleinlauf und Blick auf die Uhr. Und nun, zufrieden? Was ist das eigentlich warum wir beim Erreichen des Zieles mal mehr zufrieden und mal mehr unzufrieden sind? Nun der Blick auf die Uhr, aber ist das wirklich sinnvoll?

Bevor die Ziellinie erreicht wird haben wir etwas zurückgelassen, was meist in den Hintergrund gedrängt wird, die vollbrachte persönliche Leistung! Es ist dabei doch völlig egal ob die Leistung aus einem Marathon oder aus einem 10-Kilometer-Lauf bestanden hat – das Ziel wurde erreicht! Wir FREIZEITLäufer neigen aber immer dazu uns zu vergleichen mit einer Leistung die unter so vielen Aspekten steht, auf die wir Einfluss haben oder auch nicht, und wehe die Zeit stimmt dann nicht.

Was steckt nun dahinter, hinter dem Phänomen der Zielzeit? Sicher ist es ein Grund für mich an einer organisierten Laufveranstaltung teilzunehmen und gerade dort meine Leistung, also die Zeit die ich für die Strecke brauche, zu testen. Aber mal ehrlich, ich gewinne da keinen Preis und das hat auch keine Priorität.

Zuerst bleibt die zurückgelegte Strecke der Haupterfolg – egal mit welcher Pace und damit mit welcher Zielzeit! Will man nun Strecken vergleichen kann nur der gleich gelaufene Weg miteinander verglichen werden. Sobald die Strecke neue “Umstände” hat ist sie nicht mehr vergleichbar. Beispiel, ein flacher 10k-Lauf, ein hügelige 10k-Laufstrecke, ein Berglauf über 10k, sind gänzlich ganz andere Herausforderungen an die persönliche Leistung. Auch kann die unterschiedliche Organisation, wie Verpflegung auf der Strecke, Zuschauermotivation usw. für andere Laufbedingungen sorgen. Allein die Stecke selbst kann so viele positive aber auch negative Widrigkeiten haben, die alle auf die persönliche Leistung Einfluss haben.

Wer mit dem falschen Fuß aufsteht

Für ein persönliche Leistung muss auch die Persönlichkeit vergleichbar sein. Und hier gilt der Spruch aus Omas-Zeiten “Wer mit dem falschen Fuß aufsteht, …”. Nicht jeder Tag ist gleich, nicht jeder äußere Umstand leicht zu verdauen. Schlechtes Wetter, Ärger bei der Anfahrt, Stress am Vorabend usw. Aber auch Freunde, Familie die im Ziel ehrfürchtig warten, Motivation die selbst aufgebaut wurde schaffen Veränderung in der Persönlichkeit.

Ja und dann letztendlich die Vorbereitung für den einen Lauf. Jede Trainingsleistung war aber auch schon ein erreichtes Ziel. Keine Leistung davor war zu wenig oder zu viel, sie hat aber sicher Wirkung auf den Lauf von gerade eben. Und dann kann auch die noch so kleinste Verletzung Einfluss auf das Erreichen des Zieles haben. Schluss – ich höre hier mal auf!

Bleiben wir doch mal menschlich

Nun auch ich bin ein “Auf-Die-Uhr-Im-Ziel-Gucker”! Es gehört zur menschlichen Natur sich mit anderen und sich selbst zu vergleichen. Auf die Platzierung in der Wettkampfliste zu blicken, die Altersklassenwertung zu begutachten und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Aber bleibt man ehrlich zu sich selbst ist es am Ende doch egal wo man dort steht – das Ziel wurde erreicht. Wozu also negativ von der schlechten Zielzeit klagen, das nächstes mal nehmen wir einfach den anderen Fuß beim Aufstehen, dann klappt das schon! Und klar, ein Lauf dauert immer vom Start bis zum Ziel!

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