Berlin BIG 25 Lauf

14.05.2017 :: Berlin :: 25k @ 02:32:16


Eine Runde Bundeshauptstadt

Zum 32. mal (oder so), und die davor waren mir gar nicht bewusst, wird in Berlin (neben dem Berlin Marathon im Herbst und dem Halbmarathon im Frühjahr) der BIG 25 Lauf ausgetragen. Tja und da ein Berlinbesuch aus verschiedenen Gründen eh anstand, war ich auch schon für die 25 km angemeldet.
Die Strecke versprach ja einen interessanten Lauf mit vielen Berliner Highlights. Ausgangspunkt und Ziel aller Läufe war das Olympiastadion in Berlin Westend. Bereits auf der Anfahrt mit der S-Bahn war die große Beliebtheit zu erkennen – alles voller Läufer! Der Start des 25k-Lauf, der auch einen 10k-Lauf und einen Halbmarathon beinhaltete, startete für fast 12.000 Läufer um 10 Uhr.
Für mich erst mal ungewöhnlich waren die Sicherheitskontrollen im Zugang zum Startbereich, der noch außerhalb des Olympiastadions lag. Vor allem Taschenkontrollen waren angesagt. Ich war bereits um 9 Uhr vor Ort und konnte ohne Stress die Schlangen an der Kontrolle abwarten. Ein Treffen mit mir bekannten Läufern war auch ausgemacht, wobei das gar nicht so einfach war bei den vielen vielen Menschen. Alle konnte ich dann leider nicht finden.
Nach ein paar “davor” Fotos, reihte ich mich rechtzeitig in meinen Block ein. Der Start verzögerte sich aber über 10 Minuten, da die Polizei die Strecke nicht freigeben konnte. So war also warten bei strahlendem Sonnenschein und schon spürbar warmen Temperaturen angesagt. Aber wie immer ging es dann los und mittels Chip am Schuh läuft die Uhr ja für jeden erst mit Überquerung der Startmatte.

Menschen, Menschen, Menschen

Bereits im ersten Kilometer gab es mehr Stau als Lauf. Ich hatte so um die 6.000 Menschen vor mir und die anderen 6.000 rollten von hinten nach. Jeder versuchte dabei sein Tempo zu finden, was trotz Startblöcke gar nicht so einfach war. So verging der erste Kilometer mehr mit hin und her als mit gezielt ruhigem Lauf. Danach wurde es aber besser. Noch vor Kilometer 5 verließen dann schon die 10k-Läufer die Strecke und bogen wieder zurück zum Olympiastadion ab. Wir bewegten uns weiter über die Bismarckstraße zum Ernst-Reuter-Platz. Weiter ging es über die Straße des 17. Juni in Richtung Siegessäule. Allein der Anblick der schnurgeraden Straße, die voll von Läufern war, im Hintergrund die aufragende Siegessäule, bei strahlendem Sonnenschein – Gänsehaut #1! Den nachfolgenden Kilometer 8 passierte ich mit etwas über 42 Minuten und blieb damit im Soll für einen Zielzeit von 2:15:00.

Gänsehaut am Stück!

Die Strecke folgte weiter der Straße des 17. Juni am Rande des Tiergarten entlang. Hier trennten sich dann auch die Teilnehmer des Halbmarathon von denen die die vollen 25k Laufen. Für mich also weiter Richtung Brandenburger Tor! Und auch hier war schon der Anblick von weiten eine Schau – Gänsehaut #2! Kurzer Fotostopp und dann auch schon durch, durch das Tor und weiter auf der Straße Unter den Linden. Hier folgte jetzt auch für die 25k-Läufer der Linksschwenk nach Süden und weiter um ein paar Straßenecken vorbei am Konzerthaus und dem Deutschen Dom – Gänsehaut #3! Nächste Kurve und weiter zum Potsdamer Platz, vorbei am Sony Center zur Südseite des Tiergarten.

Der Einbruch folgte – erwartet

Bereits seit vier Tagen plagte meine Nase der Schnupfen. Und der war auch ab Kilometer 13 der Grund warum ich meine Pace zurücknehmen musste. Schon beim letzten Versorgungsstand, an denen nur Wasser angeboten wurde, musst ich mich kurz versorgen. So musste ich auch bei Kilometer 15 an der Versorgung einen Stopp einlegen. Leider war jetzt Chaos angesagt. Durch die immer wärmeren Temperaturen und die vielen Läufer auf der Strecke war kein vorbereitetes Getränk mehr vorhanden. Die Helfer versuchten zwar mit aller Kraft dem Andrang gerecht zu werden, aber das klappte nicht. Mehrere Läufer vor mir bedienten sich daher selbst. Ich musste also warten bis ich zu Flasche und Becher greifen konnte. Das kostet Zeit und Nerven!
Die Strecke führte weiter nach Süden und dann wieder nach Westen, vorbei an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche über den Ku’damm – Gänsehaut #4! Mit den Temperaturen über 20 °C und meiner zunehmenden Erschöpfung durch meinen Schnupfen musste ich weiter die Pace deutlich sinken lassen von vormals 5:20/k auf 6:10/k. Auch am Verpflegungspunkt bei Kilometer 20 herrschte der gleiche Zustand wie vorher. Doch ich musste hier erneut stehen bleiben und mich versorgen, da ich sorge hatte sonst das Ziel nicht zu erreichen. Der HM-Punkt überquerte ich dann bei 02:05:07 – gruselig! Leider wurde es nicht mehr besser und um nicht den Spaß diesem Lauf zu verlieren, entschied ich mit so langsam wie nötig zu machen!

Das Ziel – der Hammer!

Mit Erreichen des Olympischen Platzes vor dem Olympiastadion, an dem ich vor über zwei Stunden gestartet bin, war das Ziel schon zum greifen nah. Die Uhr piepste hier aber erst für Kilometer 24, also noch ein qualvoller Kilometer. Die Beine wurden immer schwerer und ich war gezwungen, wie schon vorher, eine kurze Gehpause einzulegen – es half nichts. Mit der nächsten Kurve trabte ich dann weiter, weiter um das Stadion rum. Und dann kamen die letzten 500 Meter! Ab durch einen Tunnel, Trommelwirbel, Lichterflackern – Gänsehaut #5! Und danach das Licht am Ende des Tunnels, die Stadionbahn, die letzte Runde auf der blauen Bahn, gigantisch und damit Gänsehaut #6!
Leider, leider kann ich persönlich mit dem Lauf nicht zufrieden sein. Klar, mit einem Schnupfen muss man leben, laufen und Zeit verlieren. Was enttäuschend war, war dass ein Veranstalter nach Jahrzehnten an sowas wie Getränkeausgabe scheitert. Positiv ist die Strecke und vor allem das Ziel. Mal sehen ob und wann ich hier nochmal starte und wenn dann bitte ohne Schnupfen.