24. hella Hamburg Halbmarathon

01.07.2018 :: Hamburg:: 21,1k @ 01:50:24


Den Lauf mit einem Urlaub verbinden, oder umgekehrt? Mein Wunsch war es schon seit langem, einmal in Hamburg laufen, einmal um die Alster. Dieses Jahr hat es dann endlich geklappt, bei der 24. Auflage des hella Hamburg Halbmarathon.

Wie gesagt das ganze mit einem Urlaub. Dazu sind wir bereits am Samstag nach Hamburg angereist. Die Startunterlagen habe ich dann am Nachmittag in der Messehalle abgeholt, was völlig entspannt ablief. Von dort, wir waren eh für den Tag auf einen kleinen Rundgang vorbereitet, zum Startbereich an der Reeperbahn spaziert, auch kein Problem und weiter durch die Stadt und den Hafen.

Der Halbmarathon startete dann am Sonntag um 10 Uhr auf der Reeperbahn. Da aus der Facebookgruppe “Happy Running Family” liebe Menschen aus Hamburg und Umgebung da waren, hatten wir ein Treffen vor dem Startschuss ausgemacht. Als ich aus der U-Bahn hochkam waren bereits auf 9 Uhr Läufermassen da, aber mit einem Blick hatten wir uns am Treffpunkt sofort gefunden. Die Menschen endlich mal persönlich kennen lernen zu können finde ich immer spannend. Ich habe mich echt riesig gefreut das wir dann ein so tolles Gespräch über alles möglich führen konnten, wobei im Mittelpunkt natürlich das Laufen stand. Ich musste mich dann aber rechtzeitig erstmal verabschieden, da ich zielsicher in den Startbereich von 1:50 mich vorwuseln wollte.

Es hat etwas gebrauch, bis man da an ein paar tausend Läufern vorbeikommt. Ich schlängelte mich also so weit vor bis ich plötzlich das 1:45-Schild vor mir hatte – etwas zu weit, aber zurück ging jetzt auch nicht mehr, egal. Meine Zielzeit war ja auf 1:50:X ausgelegt, dass passt dann schon mal. Der Start war pünktlich und ich kam schon nach etwas über einer Minute über die Startlinie. Zuerst einmal ging es Richtung Altona. Tja, jetzt hatte ich ja immer gedacht, Hamburg ist flach, so wie sich ein Franke halt den Norden von Deutschland so vorstellt. Schon nach 500 Metern zog sich die Strecke kontinuierlich leicht Bergan; gut wir reden hier jetzt von rund 30 Höhenmeter. Das machte mir aber nicht weiter etwas aus. Auch die Pace von 4:50 war schon fast etwas gebremst, so gut ging es mir. Nach Kilometer 3 bog die Strecke zweimal links ab, jetzt in die Gegenrichtung zum Hafen. Das war auch die Richtung aus der der Wind wehte, aber auch der war heute eher angenehm als hinderlich. Immerhin war die Temperatur schon bei 20 °C angelangt. Von hier aus ging es jetzt flach und von Kilometer 5 bis 6 wieder bergab. Ich blieb weiter Konstant bei einer Pace von 4:50, immer noch unbeschwert.

Was für ein Lauf, jetzt rechts der Hafen, die Landungsbrücken, die Zuschauermengen, Jubel, Gänsehaut. So zog sich die Strecke weiter bis zur Hafen City, die wir rechts liegen leisen. Nach Kilometer 9 dann der Schwenk nach Norden und ab in einen Tunnel, etwa 500 Meter lang. Hier erreichte ich auch die 10k-Marke mit einer Zeit von 49:30, klasse. Dann aus den Tunnel raus und die Straße wieder hoch. Rechts ein Ruf “Bernd”; ein kurzer Suchblick und ein weiterer HRF’ler den ich noch nicht persönlich begrüßen konnte hat mich erkannt – wow, klasse. Bereits seit einem Kilometer schmerzte mir aber wieder einmal meine rechte Wade, ein bekanntes Dauerproblem. Das blöde daran ist, dass ich dann die Pace nicht mehr halten kann, da ich regelrecht den Andruck verliere. Der Schmerz ist aber nicht so ernsthaft, dass ich aufhören muss, außerdem kenne ich das Problem jetzt schon seit vielen Läufen und auch was daraus wird.

Ab Kilometer 13 musste ich auf eine Pace von rund 5:30 zurückschalten, schade denn damit war eine Zeit unter 1:50 nicht mehr zu halten. Außerdem spürte ich die Sehnsucht nach Flüssigkeit. Aber erstmal ging es ja weiter nach Norden um die Außenalster herum. Lieder war die Sicht durch die Bäume nur bedingt möglich, zum Glück gab es aber genau diese Bäume. Denn mit jedem Kilometer stieg auch die Sonne hoch und die Temperaturen an. Dank dem Wind und eben der vielen Bäume und Alleen war der Lauf mitten im Sommer sehr erträglich. Um meinen Flüssigkeitsmangel zu bekämpfen entschloss ich mich bei Kilometer 13, 15, 17 und 19 kurz Wasser zu tanken, wie immer im Gehen. Gut den letzten hätte ich auch auslassen können, aber ich wollte nichts riskieren. Etwas nach Kilometer 18 war dann auch die Wade wieder gut und ich konnte wieder etwas mehr Druck machen. Ich malte mir schon eine Zeit unter 1:50 aus, wenn da nicht…

Jetzt kam also die letzten beiden Kilometer. Nochmal über eine Schleife auf der Kennedy-Brücke und dann nach links. Mit was ich nicht gerechnet hatte war eine Rampe auf dem letzten Kilometer zum Ziel, und bekanntlich zieht sich ja der letzte eh schon immer so schön lange hin. Ich konnte den Druck nicht recht aufbauen, egal das Ziel lag vor mir.

Durchlauf des Zielbogen bei 1:50:24 – Juhu!!! Ich bin echt zufrieden und glücklich. Eine solche Zeit hatte ich seit über zwei Jahren nicht mehr geschafft. Nach einem kurzen Durchschnaufen ab zur Zielversorgung. Innerhalb der Messehallen war alles großzügig aufgebaut und ausreichend vorhanden. Klar mit jeder weiteren Minuten wurden es immer mehr und mehr Läufer und die Schlangen an den Ständen immer länger.

Nach dem Lauf noch ein Treffen mit den tollen Menschen der “Happy Running Family”. Echt klasse, dass das alles so gut geklappt hat. Den Lauf kann ich aus vielerlei Hinsicht weiterempfehlen, auch mir. Ja das soll hier nicht mein letzter Lauf gewesen sein. Und nun Hamburg genieße ich dich noch für ein paar Tage ganz entspannt, klar mit einem zufriedenen breiten Grinsen.